Über den Fluss und in die Wälder

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Über den Fluss und in die Wälder

Beitrag von Qhorin am 16.11.14 17:18

Hallo Leute,

zur Zeit lese ich keine "direkte" Literatur zum WW2, sondern eher Bücher, bei denen WW2 den Rahmen oder den Hintergrund bildet. Deshalb hier mal eine etwas andere Buchempfehlung:

Über den Fluß und in die Wälder
von Ernest Hemingway


Von Hemingway dürften die meisten die berühmteren Werke kennen, wie "Wem die Stunde schlägt" oder "Der alte Mann und das Meer". Hemmingway war in zwei Weltkriegen Berichterstatter, und man merkt, dass er dabei war. Hier eine Beschreibung zum Buch aus Wikipedia:

"Cantwell ist nach dem Zweiten Weltkrieg bei den U.S.-Besatzungstruppen in Triest stationiert. Der 51-jährige, mehrfach verwundete, kranke Berufssoldat war 1944 an der Landung alliierter Truppen in der Normandie beteiligt, kämpfte bei der Befreiung von Paris und bei der Schlacht im Hürtgenwald erbittert mit und tötete mindestens 122 Feinde.
Nun macht der Colonel im Winter von Triest aus einen Ausflug ins benachbarte Venetien. In jener Gegend hatte er 1918 als blutjunger Leutnant zusammen mit den Italienern gegen die Österreicher gekämpft. Namen von Kriegsschauplätzen des Ersten Weltkrieges fallen: die Piave, der Monte Grappa, der Isonzo. Besonders in Venedig hat der Colonel etliche Kriegskameraden. An die denkt er nun, als ihn ein Gondoliere auf dem Canal Grande zum Gritti Palace Hotel, dem Ort der Handlung, fährt. Im Hotel trifft sich Cantwell mit einer Handvoll überlebender Italiener aus dem Jahr 1918. Die erklärten Kriegsgegner haben einen Orden ins Leben gerufen - Die streitbare, edle und hochherzige Vereinigung der Brusadelli-Ritter. Der Namensgeber ist ironischerweise ein Mailänder Kriegsgewinnler. Die fünf Ordensmitglieder sind die wahren Verlierer. Cantwell äußert sich sarkastisch über sein elendes Leben. Obwohl der herannahende Tod den Colonel von Zeit zu Zeit mit stechendem Schmerz peinigt, nimmt der Gequälte das drohende Verhängnis mit soldatischem Humor. Der Barmixer, kein ordentliches Ordensmitglied, wird mit Herr Staatsrat angesprochen. Der Großmeister des Ordens, der Gran Maestro, ist Oberkellner im Gritti. Er hat Kreislaufbeschwerden, Schwären und Schulden. Als Cantwell und der Gran Maestro gemeinsam kämpften, hatten sie 1918 über 140.000 Tote. Deswegen vermeiden sie hohlen Pathos. Die Hotelbar wird zum Geheimkabinett erklärt. Der Colonel wird mit mein oberster Feldherr tituliert.
Cantwell erhält Besuch im Hotel. Contessa Renata, venezianische Schönheit und dunkle Kindfrau zugleich, erscheint und gesteht dem kranken, durch den Krieg ramponierten Colonel mit tiefer, zarter Stimme in vorsichtigem Englisch ihre Liebe. Cantwell gibt zurück, die 18-Jährige sei schön, bezaubernd und er liebe sie. Über die Verkrüppelungen des Colonel wollen sie nicht länger sprechen. So sehen sie sich die Leute im Hotel an und reden über sie. Renata, schmiegsam und von vollkommener Form, weiß, dass sie einen alten Mann liebt, der nicht mehr lange leben wird. Und sie sagt ihm das. Renata meint auch noch, sein bevorstehender Tod habe den Vorteil, dass er sie nicht verlassen könne. Er nimmt ihr das überhaupt nicht übel. Es ist ja die Wahrheit."

Nicht der beste Hemingway-Roman, ich habs trotzdem gerne gelesen. Mir haben vorallem die Innenansichten zum Krieg und zum Militär gefallen. Das war sehr unterhaltsam. Wer Englisch kann sollte besser das Original lesen, die deutsche Übersetzung ist stellenweise etwas seltsam ...

Viel Spass damit

Grü
Qhorin

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Churchill: "Où est la masse de manoeuvre?" Gamelin: "Aucune"
aus: The Second World War von W. Churchill
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