Erinnerungen an die Tigerabteilung 503

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Erinnerungen an die Tigerabteilung 503

Beitrag von Qhorin am 16.03.15 17:42

Hey Folks,

in der Rüstungsspirale sind ja bald wieder schwere Panzer dran, und ich dachte ich lasse mich durch ein wenig Lesestoff inspirieren:

Erinnerungen an die Tigerabteilung 503
Lochmann, von Rosen, Rubbel
Flechsig-Verlag
ISBN 978-3-88189-779-2
692 Seiten
3. Auflage 2012
49,95 Euro

Welch ein dickes Ding im DIN A4-Format, etwas größer geschrieben (für die älteren unter uns ), zahlreiche Erlebnisberichte von Mai 42 bis Mai 45 und reichlich Bilder der beiden Tigerarten. Da gibt es viel zu lernen, nicht nur über Kampfeinsätze, auch Organisation, Technik, Instandsetzung, Transport, ... ausführlicher geht es wohl kaum.
Der Text ist recht angenehm geschrieben, zwar immer noch etwas zu sachlich/steif, aber man merkt, dass man es mit den Top Dogs der Panzerwaffe zu tun hat. Fast schon überheblich, wenn der Vergleich mit den Panzern der anderen kriegsführenden Parteien gezogen wird.
Mir fehlt so ein wenig die expressis verbis Distanzierung vom Angriffskrieg usw., ich denke das hätte man im Jahr 2012 schaffen können. Es gibt eine Stelle im Vorwort zur 2009er Auflage, wo man eher den Versuch hört, dass die Wehrmacht ach so gut war. Nun ja.
Aber es ist nunmal auch eine Abteilungschronik und dient mehr der Erinnerung und als Sachbuch.

Ich bin noch lange nicht durch, aber für den Tigerfreund eine klare Empfehlung.


Grü
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Re: Erinnerungen an die Tigerabteilung 503

Beitrag von Panzerknacker am 17.03.15 18:25

Danke, schaut gut aus.

Was ww2 angeht bin ich doch sehr arm an Literatur   aber hab da eh grad nicht so die Muße für Rolling Eyes .

Mein einziges Buch, was ich geschenkt bekommen habe,  ist...
 


...jede Doppelseite ein Panzer, ist ganz nett aber eigentlich nur ne "Übersicht".

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Re: Erinnerungen an die Tigerabteilung 503

Beitrag von Gast am 22.03.15 11:41

Beeindruckendes Titelbild. Klarer Kandidat für Ostern, Weihnachten & Co.

@Distanzierung: muss man sich wirklich expressis verbis von allem distanzieren? Ist nicht die Nicht-Zustimmung zu/Nicht-Erwähnung von einer Sache, bei der man sich selbst nicht sieht, ausreichend? Wer eine Verbindung sieht und diese als Unterstellung postuliert ist doch im Zugzwang der Beweispflicht. Man kann sich doch nicht von allem abgrenzen, was man ablehnt. Da hätte man im Leben für nichts anderes mehr Zeit.

Bei einer Abteilungschronik darf man ohnehin davon ausgehen, dass Beteiligte über das rein Sachliche hinausgehend vor allem Gemeinschaftserlebnisse hochleben lassen. Und in der Jetztzeit zählt da vielfach auch die sehnsüchtige Erinnerung an die Zeit der Jugend. Da wird sicher vielfach jeglicher geschichtlicher (und eventuell sogar politischer) Kontext ausgeblendet oder ignoriert. Ich meine, erst wenn es zu einer unreflektierten Glorifizierung aller mit der Erlebniszeit zusammenhängenden Facetten kommt sollte man Einschreiten und bewusst machen, dass die eigene Begeisterung unliebsamen Zeitgenossen Wasser auf die Mühlen ist.

**Ende der Ansprache**

Lieben Gruß vom Sturmi.

Gast
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Re: Erinnerungen an die Tigerabteilung 503

Beitrag von Qhorin am 25.04.15 11:47

Nachtrag:

hab jetzt weitergelesen, und finde, dass das Buch schon cooler ist, als ähnliche Werke. Vielleicht liegt das ja auch daran, dass die Tiger-Besatzungen eben die Profis unter den Panzerleuten waren und sich auch ihrer besonderen Ausstattung bewusst waren?

"Ich öffnete mein Turmluk und sah, dass ich direkt neben einem Schützenloch stand, aus dem ein Rotarmist mit angstvollen Augen zu mir heraufsah. Ich machte mit der Hand ein Zeichen, herauszukommen und nach hinten zu gehen. Er rührte sich nicht. Ich nahm meine Pistole und machte ihm mit dem gleich Zeichen nochmals klar, was ich von ihm erwartete. Keine Reaktion. Ich schoss neben sein Schützenloch, absichtlich, um meine Forderung zu verstärken. Keine Reaktion. Dann nahm ich eine Eierhandgranate, zog ab und warf sie nach unten. Der Russe fing sie auf und warf sie auf meinen Panzer zurück. Vor soviel Mut kapitulierte ich und fuhr 50 Meter weiter - er wird von den später folgenden Grenadieren schon aufgenommen worden sein."

oder

"... wir haben Treffer erhalten, die Frontpanzerung ist stark, und, Gott sei Dank, keine Treffer im Laufwerk. [...] es war unangenehm durch die Waldlichtung zu fahren, scheinbar hatten die Russen hier abgebaut, oder sie ließen uns in eine Falle laufen. Wir stellten später fest, dass Schweigepaks uns tatsächlich ungeschoren vorbeiließen, um dann auf die uns folgenden leichter gepanzerten Kampfwagen zu schießen."

Grü
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Re: Erinnerungen an die Tigerabteilung 503

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