Infanterie-Division (mot.) "Großdeutschland"

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Infanterie-Division (mot.) "Großdeutschland"

Beitrag von Qhorin am 15.11.16 12:17

Hey,

ja, dann soll es hier mal losgehen:

Infanterie-Division (mot.) "Großdeutschland"

Zu dieser Division (ab jetzt: "GD") habe ich geradezu einen familiären Bezug, weshalb ich nun doch schon einiges an Informationen zusammen getragen habe. Das sollte reichen, um hier mal einen Großverband der Wehrmacht näher zu beleuchten. Dass es sich dabei um einen sogenannten "Eliteverband" handelt, ist eher Zufall ... hat aber im Hinblick auf unser Hobby den Vorteil, dass GD immer großzügig mit neuem Material ausgestattet war.

Auch diese Division hat ihre Vorgänger (Infanterieregiment GD) und Nachfolger (z.B. das Panzer-Korps GD). Ersma habe ich mir aber vorgenommen, mich auf die Zeit bis zur Umbenennung in eine Panzergrenadierdivision im Juni 1943 zu beschränken.

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Re: Infanterie-Division (mot.) "Großdeutschland"

Beitrag von Legionelle am 15.11.16 13:06

Interessant, dann bin ich mal gespannt was hier alles so zusammenkommt!

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Re: Infanterie-Division (mot.) "Großdeutschland"

Beitrag von Figuren KöniG am 15.11.16 14:44

Grüß dich Legionelle. Freu mich auf deine Bilder :)
Herzlich willkommen im Forum.
Hier kannst dich echt super austauschen mit allen Mitgliedern. Wir helfen wo wir können!

Ich freu mich, dass die GD vertreten ist.
Mit den besten Grüßen von der Panzer Lehr Division ;)
wünscht,
FK
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Re: Infanterie-Division (mot.) "Großdeutschland"

Beitrag von Qhorin am 16.11.16 12:11

Keine Frage, ich war nicht selbst dabei. Daher kommt alles was ich schreibe aus Büchern - allerdings aus Büchern die zumindest z.T. von jemand geschrieben oder redigiert wurden, die dabei waren. Je älter das Buch, desto eher liegen deutsche Autoren im damaligen "Mainstream" der sauberen Wehrmacht. Da ist oft die Rede von "Pflichterfüllung" und "schwerem Ringen". Soweit es die militärischen Aspekte betrifft, gibt es keinen Grund an diesen Quellen zu zweifeln. Ok, besser wäre noch Einblick in die Originalakten und -sammlungen zu haben. Hab ich aber nicht. Es gibt viele Bilder, die normalerweise aber geschützt sind. Das ein oder andere Mal zweifle ich an den Bildunterschriften, insbesondere, wenn das Gerät auf dem Bild nicht zur Beschreibung oder zum angegebenen Jahr passt. Die beiden Bücher von McGuirl sind fast identisch, aber es ist spannend, das alles mal auf Englisch zu sehen. Für 1942 geht es im wesentlichen um die Offensive zum Don und zum Manytsch, danach um die Schlacht bei Rshew.

Die verwendete Literatur

  • Spaeter 1958 „DIE GESCHICHTE DES PANZERKORPS Großdeutschland“ Band 1 bis 3
  • Scheibert/Culver 1987 “PANZER GRENADIER DIVISION Großdeutschland”
  • Spaeter 2003 „Die Einsätze der Panzergrenadier-Division „Großdeutschland“
  • McGuirl/Spezzano 1997 “Geschichte der Panzergrenadierdivision “Großdeutschland”, An der Ostfront 1942-1944" (deutsch)
  • McGuirl/Spezzano 1997 „God, Honor, Fatherland“ A photo History of Panzergrenadier Division „Großdeutschland“ on the Eastern Front 1942-1944 (englisch)
  • Scheibert 2000 “Panzer-Grenadier-Division Großdeutschland und ihre Schwesterverbände”
  • Glantz 2009 „TO THE GATES OF STALINGRAD, Soviet-German Combat Operations, April-August 1942“
  • Grossmann 1987 “RSHEW, Eckpfeiler der Ostfront”
  • Kondratjew 2001 „“Die Schlacht von Rshew. Ein halbes Jahrhundert Schweigen“
  • Tagethoff (ohne Jahresangabe) “Die Ritterkreuzträger des Panzerkorps Großdeutschland”


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Re: Infanterie-Division (mot.) "Großdeutschland"

Beitrag von Qhorin am 26.11.16 12:54

Die Aufstellung der Division 1942

Offiziell gibt es die Division GD ab dem 01. April 1942. Es soll die modernste Division des Heeres werden: nach den letzten Erfahrungen gegliedert und mit den besten Waffen und Geräten ausgerüstet. Vorgesehen sind

  • 2 Infanterieregimenter zu je 3 Bataillonen mit je 5 Kompanien, sowie je ein schweres Bataillon
  • 1 Kradschützenbataillon mit 5 Kompanien
  • 1 Panzer-Abteilung mit 3 Kompanien
  • 1 Sturmgeschütz-Abteilung mit 3 Batterien
  • 1 Heeresflak-Abteilung mit 5 Batterien
  • 1 Panzerjägerabteilung mit 3 Kompanien
  • 1 Pionier-Batallion mit 3 Kompanien und 2 Kolonnen
  • 1 Nachrichten-Abteilung mit 2 Kompanien und 1 Kolonne


Dazu Nachschubdienste mit 18 Kraftwagen-Kolonnen, 3 Werkstatt-Kompanien und 1 Nachschub-Kompanie, Verwaltungsdienste, Sanitätsdienste, usw.
Schon seit Kriegsbeginn im Einsatz ist das verstärkte Infanterie-Regiment GD (ab jetzt GD 1), dessen in Teilen unschöne Geschichte später in einem eigenen Abschnitt kurz dargestellt wird. Dieses Regiment bleibt in Russland, um sich dann mit den neu auf- bzw. zusammengestellten Einheiten zum Divisionsverband zusammenzufügen. Die Vorgeschichte des kampferprobten Regiments GD 1 steht dem unerprobten, aus verschiedenen Wehrkreisen und landsmannschaftlich verschiedenartig zusammengesetzten Regiment GD 2 gegenüber. Es ist der Beginn einer anhaltenden Rivalität.
Die Kommandeure der Infanterieregimenter waren zuvor Batallionskommandeure bei GD 1:

  • Oberst Köhler (GD 1)
  • Oberst Garski (GD 2)


Divisionschef ist Generalmajor Walter Hörnlein, den Glantz „the most famous of the motorized division commanders in Operation Blau“ nennt. Geboren in 1893, Ostpreuße, kommandierte er 1937 das 69. Infanterie-Regiment und 1939 das 80. Infanterieregiment. 1940 zum Oberst befördert, führte er ab August 1941 das verstärkte Infanterie-Regiment GD während Barbarossa und Taifun und den Rest des Winters 1941/42. Ia (Erster Generalstabsoffizier, de facto Chef des Stabes) der neuen Division wird Major i.G. von Hobe, der über Hörnlein sagt: „Mein Kommandeur ist ein rauher, prächtiger Soldat mit viel Schwung und voller Pläne“. Später redet man in der Division auch von „Papa Hörnlein“.

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Die neue Division konnte sich ihre Offziere aussuchen, und war auch bei den normalen Soldaten wählerisch. Es gab eine Mindestgröße von 1,70 Meter und Brillenträger waren unerwünscht. Es heißt, dass auch einige Neuankömmlinge wieder weggeschickt wurden. Die bevorzugte Ausstattung war nicht zuletzt Gönnern in höchsten Führungskreisen der Wehrmacht zu verdanken: Oberst Schmundt und Major Engel, beide Adjudanten beim GröFaZ. Der Sonderstatus hatte auch einen Nachteil: es gab bei höheren Dienststellen die Tendenz, die Möglichkeiten der Division zu überschätzen und sie zu überfordern. Diese Überforderung sollte zur Normalität werden. GD erhielt an der Ostfront die Rolle einer „Feuerwehr“.

Dass die Aufstellung von GD durchaus auch eine Reaktion der Wehrmacht auf den Elitestatus der XX war, zeigen nicht zuletzt die Äußerlichkeiten: Die Angehörigen tragen ein besonderes Ärmelband mit dem Divisionsnamen am rechten Unterarm (die XX am linken Arm) und sie haben Schulterstücke mit den Buchstaben GD. Neben dem Divisionsfähnlein sind die GD-Einheiten am stilisierten Stahlhelm zu erkennen.

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Re: Infanterie-Division (mot.) "Großdeutschland"

Beitrag von Panzerknacker am 08.12.16 2:29

Feine Sache Qhorin .

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Re: Infanterie-Division (mot.) "Großdeutschland"

Beitrag von Qhorin am 09.12.16 11:25

Die Infanterieregimenter GD1 und GD2

Beschreiben werde ich hier eines der Schützen-Bataillone, denn die anderen 5 Bataillone sehen personalmäßig, ausstattungsmäßig und waffenmäßig genau gleich aus. Zum Bataillon gehören 600 bis 700 Männer, lässt man die Trosse weg, dann verbleiben ungefähr 450 Mann Gefechtsstärke. Der Bataillonsstab wird von folgenden Positionen aus geführt:

  • Kommandeur (ein Major)
  • Adjutant
  • Ordonnanz-Offizier
  • Verpflegungsoffizier
  • Bataillonsarzt
  • Zahlmeister
  • Vk-Offizier
  • I-Staffelführer

D.h. die Struktur des Divisionsstabs wiederholt sich im gewissen Sinn auf Bataillonsebene (und Kompanieebene). Die Kompanien teilen sich wie folgt auf:

1. bis 3. Schützenkompanie

Geführt wird die Kompanie vom Kompanietrupp. Die eigentliche Kampfkraft stellen die 4 Schützenzüge dar:

I. bis III. Schützenzug
Schwerer Zug

Jeder Schützenzug gliedert sich in 3 Schützengruppen mit


  • je 2 leichten MG (die beiden ersten Gruppen haben schon das leichte MG42)
    zusätzlich ein Panzerbüchsentrupp mit leichter Panzerbüchse


Der Schwere Zug besteht aus 4 Gewehrbedienungen mit je einem schweren MG42, zwei Granatwerfetrupps mit mittlerem Granatwerfer und einem schweren Panzerbüchsentrupp.
Die Waffen der Kompanie sind insgesamt:

  • 18 leichte MG34
  • 6 leichte MG42
  • 4 schwere MG42
  • 2 mittlere Granatwerfer
  • 3 leichte Panzerbüchsen
  • 1 schwere Panzerbüchse

Die Schützenkompanie hat folgende Nachrichtenausstattung:
4 Tornisterfunkgeräte Gustav
2 Längen leichte Fernsprechkabel
2 Feldfernsprecher

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An Fahrzeugen hat die Schützenkompanie folgende Ausstattung:

  • 4 Kfz. 70 Steyer (Kompaniechef und Zugführer)
  • 12 Kfz 70 Horch (I. und Schwerer Zug)
  • 12 Kfz 70 Merzedes (II. und III. Zug)
  • 1 Kfz 15 Horch (Trossführer)
  • 5 Opel Blitz 3to (Instandsetzungstrupp, Betriebsstoff, Waffen/Munition/Werkzeug, 2 Feldküchenwagen)
  • 3 BMW 700 mit Beiwagen
  • x Solokräder BMW

Insgesamt verfügt die Schützenkompanie über 43 Fahrzeuge.

Die 4. Kompanie verfügt über mehr schwere MG und über schwere Granatwerfer. Die Fahrzeugausstattung weicht daher etwas ab.

Die 5. (schwere) Kompanie verfügt über

  • 3 leichte Infanteriegeschütze
  • einen Pak-Zug mit 3 Pak 5 cm
  • ein Trupp mit schweren Panzerbüchsen

Auch hier weicht die Fahrzeugausstattung etwas ab.

Die Regimenter haben je drei Schützenbatallione. Neben der Stabskompanie gibt es auch noch ein IV. (schweres) Bataillon:

  • 16. Kompanie (Flak-Kompanie)
  • 17. Kompanie (Infanteriegeschütz-Kompanie)
  • 18. Kompanie (Panzerjäger-Kompanie, I. Zug mit Pak auf Selbstfahrlafette)

Hier sind meine Informationen etwas ungenau, man weiß nicht welche Flak, Infanteriegeschütze oder Pak auf Selbstfahrlafette gemeint sind, oder welche Zugfahrzeuge hier eingesetzt wurden.

Als nächstes kommt das Artillerie-Regiment GD  

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Zuletzt von Qhorin am 09.12.16 18:32 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Re: Infanterie-Division (mot.) "Großdeutschland"

Beitrag von shooter am 09.12.16 11:59

Sehr informativ, vielen Dank!

Wo findet man solch gut gegliederte Informationen...ich habe sowas "am Stück" leider noch nirgends gefunden...

Gruß,

Flo
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Re: Infanterie-Division (mot.) "Großdeutschland"

Beitrag von Qhorin am 11.12.16 11:22

Hey Flo,

das meiste steht in dem 3bändigen Werk von 1958 (s.o.). Eine ausführliche Divisionsgeschichte gibt es auch von anderen Divisionen. Meist schon ein bissi älter, sind sie auch etwas teurer. Die Originalquellen dürften beim Militärarchiv liegen ...

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Re: Infanterie-Division (mot.) "Großdeutschland"

Beitrag von Qhorin am 23.12.16 16:28

Nun also doch zuerst

Die Sturmgeschützabteilung GD


Dass GD ihre Besonderheit hat, auch im Vergleich mit anderen motorisierten Infanteriedivisionen, zeigt sich z.B. an der divisionseigenen Sturmgeschützabteilung. Die ist im Frühjahr 1942 nicht vom Himmel gefallen, wurde sie doch durch Erweiterung der Sturmgeschützkompanie des vorherigen Regiments (mot.) GD und Teilen der Sturmgeschützabteilung 192 aufgestellt.

Die

- 3 Batterien verfügen über
- 21 neue Sturmgeschütze

(StuG III, die Produktion des StuG IV begann erst im Dezember 1943) mit der langen Sturmkanone 40 (7,5 cm). Im Frühling 1942 stellt dies sicher einen erheblichen Zuwachs an Kampfkraft dar. Unterstellt sind die StuGs der Artillerie, und alle ersten Besatzungen sind in der Tat Artilleristen.

Die Sturmgeschützabteilung wird in höchsten Tönen gelobt ("das Perlenkollier in der Edelsteinsammlung" - v. Manteuffel) und später, wenn hier von einzelnen GDlern die Rede sein wird, werden wir sicher mehr von Oberleutnant Frantz, dem Chef der 1. Batterie hören.

Das nachfolgende Bild zeigt Sturmgeschütze der GD bei der Parade anlässlich der Verleihung des "Eichenlaubs" an Frantz.

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Re: Infanterie-Division (mot.) "Großdeutschland"

Beitrag von Qhorin am 05.01.17 22:08

In all den oben genannten Büchern ist davon nicht die Rede (das überrascht auch nicht weiter), aber man kann hier natürlich nicht über einen militärischen Großverband im Zweiten Weltkrieg schreiben, ohne das Thema

Kriegsverbrechen

aufzugreifen.

Fundstelle ist hier im wesentlichen der Artikel bei Wikipedia ([Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können]). Belegt sind wohl zwei Massaker an schwarzafrikanischen Soldaten und ihren europäischen Offizieren während des Frankreichfeldzugs, und die Ermordung von Zivilisten in Jugoslawien im April 1941 als Reaktion auf einen Anschlag von Partisanen. Beteiligt war jeweils das Infanterie-Regiment Großdeutschland, das nachher in der neu gebildeten Division GD aufgeht. Sonst habe ich nichts dergleichen gefunden.

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Bild: [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können] (lebendiges Museum Online). "Erschießung in Pancevo, 1941" (Man beachte das Ärmelband am rechten Unterarm). Das Bild war 56 Jahre danach Titelbild des Spiegel.

Wer sich allgemein über Kriegsverbrechen im Deutsch-Sowjetischen Krieg informieren will, der sei wiederum auf den entsprechenden Artikel bei [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können] verwiesen, oder, etwas fortgeschrittener, kann man in Erwägung ziehen, das Buch von C. Hartmann [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können] zu lesen.

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Re: Infanterie-Division (mot.) "Großdeutschland"

Beitrag von Qhorin am 20.01.17 0:23

Weiter gehts ... mit der

Panzer-Jäger-Abteilung GD

In der Divisionsgeschichte steht, dass die Panzer-Jäger-Abteilung mehrmals fast völlig untergegangen ist. Klarer Schluss: die Panzerabwehr konnte nicht mit der Entwicklung der sowjetischen Panzer mithalten.

Die Abteilung besteht aus drei Kompanien:


  • 1. Kompanie mit 9 Selbstfahrlafetten (Marder) auf Panzer II Basis mit den russischen 7,62 cm Geschützen 
  • 2. Kompanie mit 12 Stück 5 cm Pak38 mit Zugmaschine
  • 3. Kompanie wie 2. Kompanie


Leider konnte ich keine elektronisch verfügbares Bild eines GD-Marders finden. Es gibt ja verschiedene Marder-Aufbauten, in den Büchern tauchen für die Jahre 42 und 43 nur Marder auf, die den Aufbau wie im Bild unten haben - unter den Marder-Modellen nicht gerade mein Favorit

Öfters falsch bezeichnet werden dann wohl die einige Male abgebildeten Pak, die von einem leichten Zugkraftwagen mit 1 Tonne Anhängelast gezogen wurden (SdKfz 10). Da steht jeweils "Pak40" unter dem Bild.

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Re: Infanterie-Division (mot.) "Großdeutschland"

Beitrag von Qhorin am 18.02.17 22:54

Dann mal weiter:

Die Panzerabteilung GD


Hervorgegangen aus der I. Abtl./Pz.Rgt. 100 entstand die Panzerabteilung schon im Februar 1942 bei der bisherigen Ersatz-Abteilung. Zuvor war das eine Flammpanzer-Einheit. Erst im Mai wurde zur neuen Division verlegt.

Das Militär ist traditionsbehafteter als Otto-Normal vielleicht denkt, und so wundert es nicht, dass die Alten der Abteilung auch später noch den aus Aluminium gefertigten Ring des Pz.Rgt.100 mit dem liegenden Z mit Stolz tragen. Das wird besonders erwähnt.

Gegliedert ist die Abteilung wie folgt:


  • Stabskompanie
  • 3 Panzerkompanien
  • 1 Werkstattzug

Die mitgebrachte leichte Kolonne wird noch kurz vor knapp abgegeben.

Laut Spaeter verfügt die Panzer-Abteilung GD über "etwa 12 Panzer pro Kompanie und 3 im Stab, wenige Panzer III mit der 5-cm-Kanone, die Panzer IV mit 7,5-cm-Kanone kurz oder lang". Das wären insgesamt 39 Panzer.

Bei Glantz gibt es eine Aufstellung der Einheiten für die Sommeroffensive 1942 ("Fall Blau"). Darunter sind für GD 45 Panzer gelistet:


  • 12 Panzer II
  • 2 Panzer III
  • 18 Panzer IV, kurzes Rohr
  • 12 Panzer IV, langes Rohr
  • 1 Befehlspanzer

Ist das nun viel oder wenig? Insgesamt standen Ende Juni 1942 etwa 170 Panzer IV der Ausführungen F2 und G zur Verfügung [[Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können]], die endlich mit den sowjetischen Modellen mithalten konnten. Laut Glantz waren davon 121 für "Blau" bereitgestellt. Mit 12 Exemplaren war GD also gut dabei. Im Vergleich hatte z. B. die 23. Panzerdivision zum gleichen Zeitpunkt zwar 138 Panzer, aber eben nur 8 Panzer IV (lang). Die beiden für diese Offensive bereit stehenden XX-Divisionen hatten keine der neuen Panzer.

Wie auch immer, mit "den besten Waffen und Geräten ausgerüstet" (siehe oben) hat es angesichts der Panzer II ja wohl nicht so richtig geklappt.

Soweit dazu.
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Re: Infanterie-Division (mot.) "Großdeutschland"

Beitrag von GumSmith am 19.02.17 1:02

Moin Qhorin,
für die Verhältnisse von 1942 war die Division gut ausgerüstet - zumal zu diesem Zeitpunkt sonst keine Inf.Div.(mot.) über eigene Panzer verfügte. Und als die Inf.(mot.) zu Panzergrenadier-Divisionen umgegliedert wurden und eine eigene Panzerabteilung erhielten, war die "GD" auch schon wieder einen Schritt weiter.

Gruß GumSmith
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Re: Infanterie-Division (mot.) "Großdeutschland"

Beitrag von Qhorin am 20.02.17 11:09

GumSmith schrieb: - zumal zu diesem Zeitpunkt sonst keine Inf.Div.(mot.) über eigene Panzer verfügte.

Hey GS,

zumindest in der Aufstellung von Glanz in "To the Gates of Stalingrad" haben alle mot-Divisionen (3., 16., 29. und die 60.) eine Panzerabteilung mit plus/minus 50 Panzern. Nur eben nicht die beiden XX-mot-Divisionen ("Viking" und "LAH").

Grüßles
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