Museum der Waffen Polens in Kolberg

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Museum der Waffen Polens in Kolberg

Beitrag von Qhorin am 12.05.17 12:03

Hallo zusammen,

Kolberg heißt heute natürlich Kołobrzeg und liegt an der pommerschen Ostseeküste, falls das einer nicht weiß. Nettes kleines Städtchen, ca. vier Stunden mit dem Auto von Berlin nach Osten. Auf dem Weg liegen eine ganze Reihe von angenehmen Reisezielen, entweder über Usedom am Meer entlang, über die Grenze bei Swinemünde (Swinouscie) und weiter über die Insel Wollin, oder über Stettin (Szczecin) und dann am Stettiner Haff und dem Camminer Bodden entlang zur Küste. Weiter nach Osten reiht sich ein Badeörtchen an das andere.





Der gute Qhorin verbringt hier ein paar Tage am feinen Ostseestrand und es wird schnell klar, dass die meisten Orte hier im Frühjahr'45 einen Totalschaden erlitten haben. Einige Gebäude sind wieder originalgetreu oder wenigstens historisierend aufgebaut worden, an vielen anderen Stellen prägt kommunistische und post-kommunistische Architektur das Bild.
Das liegt hauptsächlich daran, dass die Wehrmacht den Russen hier in der Gegend bittere Verteidigungskämpfe geliefert hat - so auch in Kolberg. Am bittersten wohl für die Zivilbevölkerung, die nach der Niederlage dann auch noch vertrieben wurde. Eingezogen sind dann im wesentlichen die Polen, die ihrerseits aus Ostpolen vertrieben wurden.
Wie auch immer, so gibt es immerhin in Kolberg das

Museum der polnischen Waffen
Muzeum Oręża Polskiego

Im Sommer von 09:00 bis 18:00 geöffnet (Montags kürzer), Eintritt 20 Złoty (ca. 5 Euro).

Die Ausstellung im Gebäudeinnern reicht vom Mittelalter bis in die Neuzeit, von Ritterrüstungen bis zu Scherenfernrohren. Leider ist es innen recht düster, und Blitzlicht war nicht erlaubt. Im Hinblick auf WW2 gibt es viele Uniformen, Ausrüstungsteile und Handwaffen, sowohl polnisch, also auch polnisch/sowjetisch als auch deutsch. Während die polnische Armee in der Roten Armee sehr präsent ist, sind mir die polnischen Einheiten, die auf der Seite der Westalliierten gekämpft haben nicht begegnet. Wie auch schon an anderer Stelle gibt es als Höhepunkt ein heroisierendes Schlachtengemälde hinter einem 1:1 Diorama mit einem Sammelsurium von Waffen und Ausrüstungsteilen.

Auf dem Weg nach draußen kommt man durch eine Halle mit den ersten Großausstellungsstücken. Da lacht das Herz des Russenbastlers: GAZ AA, BM-13, Lend-lease-Lkw, Dodge ...

Draußen stehen dann die wirklich dicken Dinger, ISU-152 und -122, ein IS-2, ein T-34/76 und endlich gibt es auch mal eine SU-76 zu sehen. Auf der anderen Seite die Haubitzen/Kannonen. Schön zu sehen sind die Unterschiede zwischen ZIS-3, ZIS-2 und ... der gigantischen BS-3. Den Mittelpunkt des Ausstellungsgeländes nimmt dann aber ein schwer beschädigter Panzer IV ein. Irgendwie scheint er heimlich bewundert zu werden ...

Im Museum kann man sich sicher zwei Stunden rumtreiben und sich danach noch im Kolberg umsehen, ein lebhaftes Städtchen mit netten Cafés und Plätzen. Wer noch Zeit hat, läuft raus zum Leuchtturm an die Mole ...

Anbei noch eine kleine Bilderserie, aus technischen Gründen in zwei Portionen.
Viel Spass damit!

Grüßles
Qhorin




























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