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1944: Operation Goodwood

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Beitrag von Qhorin am 12.08.19 13:55

Hallo zusammen,

am 18. bis 20. Juli 1944 versuchten die Briten östlich von Caen einen linken Haken gegen die deutsche Umklammerung der Normandiefront. Der Abschnitt wurde nicht ausgewählt, weil er besonders geeignet gewesen wäre, sondern weil die Alternativen noch ungünstiger aussahen. In dem erstaunlich offenen Gelände kam es zu einer Panzerschlacht, wie sie ansonsten im hindernisreichen Terrain der Normandie nicht möglich war.
Taktisch gesehen steckten die Briten dabei eine ziemliche Schlappe ein, strategisch banden sie hierdurch aber starke deutsche Kräfte im Osten und erleichterten damit den Amerikanern den Ausbruch weiter westlich.

1944: Operation Goodwood 3996689067 Zum ersten Mal in meiner Behind Omaha Karriere hatte ich die Gelegeheit ein historisches Schlachtfeld zu erkunden, und das zum 75-jährigen Jubiläum der historischen Ereignisse.

Einen Überblick zum Schlachtfeld geben die vom "Comité Goodwood" aufgestellten Informationstafeln, die ich hier teilweise wiedergebe:
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Die Karte zeigt die wesentlichen Stoßrichtungen, die beteiligten Großverbände, die wichtigsten Ortsnamen und auch die Zielgebiete für das enorme Bombardement, das der Offensive vorrausging.

Mein Ausgangspunkt war das Dorf Ranville, das sich östlich in Gehweite der Pegasus-Bridge befindet. Ein gutes Basislager mitten im Operationsgebiet ist der Campingplatz "Les Capucines" [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können], den ich hier nur empfehlen kann: sauber, nette Leute, guter Preis. Da der britische Vorstoss hier seinen Ausgangspunkt hatte, bin ich mit dem Auto auch von hier losgefahren und habe auf dem Weg nach Bourguebus ein paar Orte abgefahren.

Blick auf Ranville.
Klar, das Neubaugebiet gabs damals noch nicht, genauso wenig wie die diversen Gewerbegebiete, durch die ich noch gekommen bin. Ziemlich offenes Gelände, keine Bocages. Die britische Bereitstellung muss hier irgendwo gewesen sein, zumindest was den Teil östlich des Caen-Kanals und der Orne angeht.
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Von den hierfür erforderlichen Brücken gab es zu dem Zeitpunkt nur zwei Übergänge, die eine, die heute Pegasus- und Horsa-Bridge genannt werden, und eine weiter nördlich. Das muss für mehrere Divisionen ein ganz schönes Gedränge gewesen sein.

Wenn man so wie durch diese Baumallee am Ausgang von Escoville die Bäume anschaut, dann fällt auf, dass ich nur wenige Bäume gesehen habe, die älter als 75 Jahre sind.
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Im Zusammenhang mit den 75-Jahr-Feiern hat man sich hier einige Mühe gegeben und an interessanten Stellen Informationstafeln aufgestellt. An hunderten Straßenlaternen hängen Bilder zu Ehren von alliierten Kriegsveteranen.
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Die Kirche in Cuverville.
Die Dörfer liegen nicht weit auseinander und haben traditionell massive Steinbauten. In denen hatte sich die deutsche Vorneverteidigung verschanzt. Und dann kamen die Bomben ...
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Zwischen Cuverville und Démouville.
Da ... über dieses Feld müssen die britischen Panzer vorbei gefahren sein. Klasse Schussfeld. Die Felder waren aber wohl noch nicht abgeerntet, und das Getreide stand sehr hoch. Die vordere 11. Panzerdivision hat hier wesentliche Teile ihrer Infanteriebegleitung zurück gelassen, um die beiden Dörfer zu befreien. Eine Fehlentscheidung?!
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Nachdem sie Démouville rechts liegen gelassen haben, mussten die britischen Shermans eine Bahnlinie überqueren. Auf ihrer Trasse verläuft heute die Autobahn A13.
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Kurz danach hat man freie Sicht in Richtung Cagny und Le Mesnil Frémentel. Bisher war den britischen Panzern noch nicht viel zugestossen.
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In Le Mesnil Frémentel waren trotz des schweren Bombardements deutsche Einheiten zum Kampf bereit. Der kleine Ort besteht aus ein paar Höfen und einer durch die Bomben ruinierten Kirche. Das Luftbild kennt man aus dem Buch von Ian Daglish "Over the Battlefield - Operation Goodwood".
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Blickt man von Cagny zurück nach Norden, dann hat man vermutlich eine ähnliche Aussicht wie damals die Männer der 88-Geschütze, die von Major von Luck im nur teilweise zerstörten Ort aufgegriffen und zur Bekämpfung der feindlichen Panzer gedrängt worden waren. Die Leidtragenden waren die Panzer der C-Squadron der 2nd Fife & Forfar Yeomanry. Sie wurden hier fast zur Gänze aufgerieben. Nordöstlich von Caen haben auch einige wenige Tiger, die dem Bombardement mit Mühe entkommen waren, in den Kampf eingegriffen. Heute ist die Kirche wieder schön hergestellt. Und im Garten gibt es auch ein paar "alte" Bäume.  
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Von Cagny kommt man direkt nach Frénouville und die Angreifer überquerten hier in der zweiten Phase der Operation die zweite Bahnlinie, die heute elektrifiziert ist. Ab hier gab es für die Briten richtig Gegenwind. Die deutsche Verteidigung war im Vorfeld von Bourguebus wesentlich tiefer gestaffelt und und dichter als man das erwartet hatte. Die deutsche Panzerabwehr und die zum Ende von "Goodwood" eingesetzten Panther hatten das bessere Schussfeld und die besseren Rohre. Bourguebus blieb in deutscher Hand.
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Soweit mein Reisebericht durchs Schlachtfeld. Ich muss sagen, das waren zwei spannende Stunden in meinem Urlaub, die ich nicht missen möchte Rauchen

Ich hoffe ihr habt einen Eindruck bekommen. So wie ich dazu komme, werde ich hier noch mehr zu Goodwood zeigen, und da ich ja meine Briten mit dem Vorbild der 2nd Fife & Forfar Yeomanry baue, liegt es nahe, dass sich mein nächstes Fell mit dem Kampf um Cagny beschäftigen wird 1944: Operation Goodwood 591484840

Grüßles
Qhorin

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Beitrag von Arminace am 13.08.19 12:59

COole Bilder... extrem Flach ....

Bezüglich nächstes Fell, du schuldest uns noch Bilder zum aktuellen :P
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