Zeitschrift: Deutsche Geschichte

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Zeitschrift: Deutsche Geschichte

Beitrag von Qhorin am 02.08.13 11:13

Hallo zusammen,

die Sache mit der Verbotsforderung gegen die "Landser"-Hefte hat mich doch etwas beunruhigt, und ich hab mich noch an eine zweite Sache erinnert, die mir etwas "seltsam" vorkam: die Zeitschrift

"Deutsche Geschichte"

vom Verlag Druffel und Vowinckel.

Ich hatte die Zeitschrift gekauft, weil es letztes Jahr eine Sonderausgabe zum Jahr 1942 gab, welches mich aus familiären Gründen interessiert. Als ich dann damit durch war, blieb bei mir der Eindruck zurück, dass die Botschaft war: Hitler war an allem Schuld, und die Generalität hätts schon besser gemacht, wenn man sie machen hätt lassen. Und die miltärischen Ereignisse werden zwar detailliert beschrieben und in einen Gesamtzusammenhang gestellt (z.B. was hätte denn Clausewitz von der Operation Blau gehalten?), aber eben nur militärisch, der Rest ist Nebensache. So mein Eindruck damals.

Aus Anlass der Sache mit dem "Landser" hab ich jetzt nochmal rumgegoogled, und hab z.B. solche Kommentare gefunden:

"Die Verlagsgesellschaft Berg, zu der der Druffel-Verlag, der Türmer-Verlag und der Vowinckel-Verlag gehören, wurde 1991 in Inning am Ammersee gegründet und gilt als einer der größten rechtsextremen Verlage. Geschäftsführer ist der wegen Volksverhetzung vorbestrafte Gert Sudholt, ehemaliger Vorsitzender der Gesellschaft für Freie Publizistik, die laut Verfassungsschutz größte rechtsextreme Kulturvereinigung in Deutschland. Das Verlagsprogramm umfasst überwiegend geschichtsrevisionistische und rechtsextreme Publikationen. Die Verlagsgesellschaft Berg gibt auch die Zweimonatszeitschrift Deutsche Geschichte. Europa und die Welt heraus und veranstaltet unter dem Namen Zeitgespräche regelmäßig die deutschlandweit größten geschichtsrevisionistischen Veranstaltungen."
"
Der Druffel-Verlag wurde 1952 von Helmut Sündermann und seiner Frau Ursula, einer geborenen von Druffel-Freiin von und zu Egloffstein, verwitwete Sudholt, gegründet. Sündermann war bis 1945 stellvertretender Reichspressechef der NSDAP. Der neu gegründete Verlag verlegte die Memoiren oder Bücher zahlreicher prominenter Nationalsozialisten, wie Joachim von Ribbentrop, Ilse Heß, Hans-Ulrich Rudel, Friedrich Grimm, Franz Alfred Six. Gert Sudholt übernahm den Verlag nach Sündermanns Tod 1972. Der Verlag firmiert auch als "Druffel & Vowinckel".

Der Vowinckel-Verlag entstand 1923. Er verlegte u. a. Publikationen des republikfeindlichen Juniklubs, die Zeitschrift Das Gewissen und stand der Ring-Bewegung nahe, die später ein eigenes Organ Der Ring besaß[7]. Nach Kriegsende wurde der Verlag von Kurt Vowinckel, der in den 1960er Jahren Vorsitzender der rechtsextremen Gesellschaft für freie Publizistik (GfP) war, wiedergegründet. 1958 wurde der Sitz von Heidelberg ins nahegelegene Neckargemünd verlegt. Spätestens seit 1997 ist Gert Sudholt Eigentümer des Verlags.[8]

In den 1950er Jahren publizierte der Verlag überwiegend sogenannte Kriegserinnerungsliteratur; einer statistischen Untersuchung für den Zeitraum von 1945 bis 1961 zufolge war er der Verlag mit den meisten einschlägigen Veröffentlichungen.[9] Seit 1954 erschien die Reihe Die Wehrmacht im Kampf, die sich, herausgegeben von Hermann Teske, der theoretischen Erörterung von „Schlachten und Problemen des Zweiten Weltkriegs“ widmen wollte. Bis 1973 erschienen 49 Bände der Reihe. In einer zweite Reihe Landser am Feind. Die Wirklichkeit des Krieges (späterer Im Blick zurück. Das Erleben des Krieges an der Front) erschienen zwischen 1957 und 1967 21 Titel. Die Autoren waren in der Regel keine einfachen Soldaten, sondern Offiziere.[8] Im November 1960 wurde ein in der Reihe erschienenes Buch von Ingo Petterson durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften indiziert.  

Die Verlagsgesellschaft Berg wurde im Verfassungsschutzbericht 2002 „als einer der bundesweit größten und wichtigsten organisationsunabhängigen rechtsextremistisch geprägten Verlage“ bezeichnet.[12] Laut Verfassungsschutzbericht 2006 sei es dem Verleger gelungen, das nunmehr zum sechsten Mal durchgeführte „ErlebnisWochenende Geschichte“ des „Druffel Verlages“ als feste Größe im rechtsextremistischen Veranstaltungskalender zu etablieren.
"
[Texte aus Wikipedia]

Nun, ich finde das ja echt den Hammer. Da sich für mich mein Hobby auch im Zusamenhang mit Geschichte bzw. Militärgeschichte abspielt, mache ich mir schon Gedanken, wie man sich effektiv und klar gegen die Revisionisten und Rechtsextremen abgrenzt, obwohl ich gerne Geschichtsbücher lese und Panzer übers Fell schiebe.

Grü
Qhorin

Pazifist
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Zuletzt von Qhorin am 21.11.13 21:28 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Re: Zeitschrift: Deutsche Geschichte

Beitrag von FrankM am 02.08.13 16:12

Worum geht es hier eigentlich?

Um den Inhalt der Publikationen? – Dann müssten Publikationen - Sachbücher ebenso wie Romane und Beiträge im Internet – aller Nationen und Publizisten jeglicher politischer Coleur und Religion auf den Prüfstand.

Oder geht es um das Recht wer etwas veröffentlichen und seine Meinung äussern darf? – Wer maßt sich an, dieses beurteilen zu dürfen?

Über Geschmack lässt sich leider nicht streiten und Geschichte ist immer eine einseitige Interpretationsfrage. Das „richtige“ Geschichtsbild der „Sieger“ (sofern man nach einem Krieg oder einer „Befreiung“ davon reden kann) ist selten mit dem subjektivem Empfinden des Besiegten identisch.

Natürlich ist es einfach wenn irgendwelche „guten“ Mitmenschen und selbsternannte Moralwächter ihre Meinung zum Maß nehmen und alles andere verbieten. Das kennen wir aus dem 3. Reich, aus der DDR und aus vielen Staaten der Gegenwart. Selbst die Christenverbrennungen (früher wie heute!) passen in dieses Schema. Meine Zustimmung findet das nicht, auch wenn mir selbst verd… vieles missfällt. Viele Lager aus dem 3. Reich wurden nach ihrer „Befreiung“ sofort wieder neu belegt – und nur selten mit wirklichen „Tätern“. Was war und ist also Gut und was Böse? Die „Rheinwiesenlager“? Die „Arbeitslager“ in Sibirien?? Guantanamo???

Wenn bestimmte Machwerke nur von einer Minderheit gelesen werden, werden sie irgendwann mangels Umsatz vom Markt verschwinden. Werden Sie jedoch von der Mehrheit der Menschen gelesen wird es schwierig die Meinung der selbsternannten Moralwächter als das Maß aller Dinge zu bewerten. Überlassen wir es dem Leser. Soll er mit dem Kauf und seinen Lesegewohnheiten entscheiden. Alles andere ist nur eine neue Form der Diktatur und davon sollte die Menschheit mittlerweile genug haben.

Und nun werft den ersten Stein.

Ps.: Seid Ihr sicher das eine solche Diskussion ausgerechnet in ein WARGAMING-Forum gehört?

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Re: Zeitschrift: Deutsche Geschichte

Beitrag von Panzerknacker am 02.08.13 18:18

Glaub nicht das er diskutieren will und ein kleiner Hinweis kann ja nicht Schaden.
Nur sollte man sich seine Meinung über andere auch nicht von Wiki, der Bild oder sowas diktieren lassen.


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Re: Zeitschrift: Deutsche Geschichte

Beitrag von Qhorin am 02.08.13 19:06

Nun, ich denke auch nicht, dass dies ein Politikforum ist, und eine ausführliche Diskussion war nicht meine Absicht. Ich denke aber sehr wohl, da wir ab und an auch Zeitschriften oder Bücher besprechen, dass wir hier die Spreu vom Weizen trennen sollten. Wenn hier im Forum Quellen aus dem rechtsextremen Milieu unkritisch behandelt würden, würde dies dem eigentlichen Ziel (BO und Tabletop) nachhaltig schaden. Admin und Mod werfen hier - so denke ich - ohnehin ein Auge drauf. Und das ist gut so.

 
Grü
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