Guss-Hilfe: Rüttelplatte

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Guss-Hilfe: Rüttelplatte

Beitrag von Mojo am 16.11.12 8:01

Dieses Teil dürfte so ziemlich jeden freuen, der schonmal irgendetwas für seine Modelle oder seinen Spieltisch in Resin oder Gieskeramik abgegossen hat. Denn eben diese Leute wissen, was einem beim Gießen so richtig den Tag versauen kann:
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Genau: Luftblasen.

Die die ihr da sehen könnt sind klein und fallen nicht sehr auf. Trotzdem nerven sie, denn meist treten sie genau da auf, wo man sie nicht brauchen kann: An erhabenen Details.
Auf der Hirst-Arts Website habe ich schon vor einigen Jahren den Tip gelesen, dass es hilft, wenn man beim Einfüllen seines Guss-Mediums (Resin, Stewalin & co) auf den Tisch haut und an den Formen rüttelt. Nun gießt man ja selten nur eine einzelne Form aus und auf den Tisch hauen macht auf Dauer auch keinen Spaß. Außerdem freut sich der Mieter unter mir sicher mehr über eine andere Entdeckung die ich irgendwo mal im Interwebz aufgesammelt habe. Das hier:

Meine Rüttelplatte fasst acht Linka-Formen und lässt dabei genug Platz um alle Formen nacheinander glatt zu ziehen, ohne dass ich eine benachbarte Form dabei verschmutze
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Die Kanten habe ich mit einem kleinen Rand eingefasst, damit mir die Formen durch die Vibrationen nicht vom Tisch "schwimmen":
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Die Schraube, die ihr im obigen Bild sehen könnt erfüllt gleich zwei Aufgaben:
1. Sie dient sozusagen als Angelpunkt für die Federung der Rüttelplatte
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2. Mit Hilfe des Einschlaggewindes kann man die Rüttelplatte noch minimal ausrichten, falls der Arbeitstisch leicht schief steht.
Hierzu muss einfach an der Schraube gedreht werden und die entsprechende Ecke hebt oder senkt sich:
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Um die Feder an der Bodenplatte befestigen zu können, muss/kann man eine Unterlegscheibe schräg einschneiden (Dremel + Trennscheibe).
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Das würde eigentlich schon reichen. Schubst man diese Konstruktion ab und zu an, wackelt sie fröhlich vor sich hin. Aber wir sind ja faul und ein wenig zusätzliche Mühe an dieser Stelle zahlt sich später so richtig aus: Macht schonmal euren Lötkolben heiß!
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Die zwei schwarzen Teile, die ihr an der Unterseite der Rüttelplatte sehen könnt sind zwei Lüftermotoren aus einem alten Computer. Ich habe das Gehäuse sowie alle "Schaufeln" abgeknipst und jeweils eine Schraube angeklebt um eine Unwucht zu erzeugen. Um auf Nummer sicher zu gehen, habe ich die Schrauben jeweils mit etwas Klebeband "entschärft", nur für den Fall, dass sie sich irgendwann mal lösen sollten:
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Zu guter Letzt wurden beide Motoren über einen Schalter mit einem alten 12V Netzteil von einem kaputten Netzwerk-Switch (oder war das sogar noch ein prähistorischer Hub!?) verbunden. Einstecken, Anschalten, Losrütteln!
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Ach ja, damit das Teil nicht abhaut, habe ich ihm Gummifüße spendiert. Beim Gießen lege ich immer eine aufgeschnittene Mülltüte über die Platte, damit sie beim glattziehen der Formen nicht eingesaut wird

Wenns klappt stell ich heute abend noch ein Video ein, das zeigt, wie sich das Teil schlägt :)

Viele Grüße,

Mojo

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Re: Guss-Hilfe: Rüttelplatte

Beitrag von Mojo am 16.11.12 8:02

Reserviert fürs Video ;)

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Re: Guss-Hilfe: Rüttelplatte

Beitrag von toto am 16.11.12 8:18

Von Tag zu Tag bin ich immer erstaunter, in was für einem Profi- Spiel- Forum ich da geraten bin
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Re: Guss-Hilfe: Rüttelplatte

Beitrag von Panzer am 16.11.12 10:04

Mojo hat deffenetiv zu viel Zeit.

Aber interessant. Mein Technik- und Elektronikverständnis reicht zum Lichtanschalten dw.

Na ja macht das wirklich ein soooooo großen Unterschied?
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Re: Guss-Hilfe: Rüttelplatte

Beitrag von Admin am 16.11.12 12:01

Ich könnte jetzt sagen, wie man Stewalin gießt ohne Luftblasen reinzubekommen (zu 90%), aber da laufe ich Gefahr, dass mir Mojo die Rüttelplatte um die Ohren haut.
Der Vorteil einer solchen Rüttelplatte ist jedoch der, dass du auch Resin gießen könntest und dadurch weniger Luftblasen in die Gussteile bekommst. Bei Resin stoße ich nämlich mit meiner Methode an meine Grenzen.

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Re: Guss-Hilfe: Rüttelplatte

Beitrag von Mojo am 16.11.12 13:17

Panzer schrieb:
Na ja macht das wirklich ein soooooo großen Unterschied?
Ohne Samys Technik definitiv ;) Ecken und Schlitze sind Ar***l*cher :affraid:

Samy schrieb:
Ich könnte jetzt sagen, wie man Stewalin gießt ohne Luftblasen reinzubekommen (zu 90%), aber da laufe ich Gefahr, dass mir Mojo die Rüttelplatte um die Ohren haut.
Teile dein Wissen! Wie wärs mit nem Tutorial? Vielleicht kriegste ja auch nen Orden :D
Oder hast du Angst, dass du vom Sockel gestoßen wirst, wenn erstmal jeder dein Stewalin-Geheimnis kennt?

Viele Grüße,
Mojo

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Re: Guss-Hilfe: Rüttelplatte

Beitrag von Tailgunner am 16.11.12 13:52

Mojo schrieb:Oder hast du Angst, dass du vom Sockel gestoßen wirst, wenn erstmal jeder dein Stewalin-Geheimnis kennt?
Samy spricht einen Zauberspruch, wenn den jemand anderes aufsagt, fällt alles zusammen.

Krasse Arbeit, die du dir da gemacht hast. Aber ich halte es da wie Panzer. Elekrtozeugs kann ich nicht, außer ein Netzwerk für LANs aufbauen und das fehlerlos.

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Gruß Moritz

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Noch weitere Fragen

Beitrag von fauchendeswesen am 16.11.12 15:20

Hey Mojo! Geniale Rüttelplatte!

Ich hätte da jedoch noch einen anderen Vorschlag bzw. eine andere Frage.

Im Bereich Abgießen bin ich noch total blank bisher (habe das noch nie gemacht)

Ich weiß zwar, dass es anscheinend eine Arbeitserleichterung ist, mehr aber auch schon nicht.

Wie wäre es wenn du, oder jemand anderes, ein Tutorial über das Gießen eines Gebäudes machen könntest?

Den Bau des Gebäudes meine ich also eher weniger (ich gehe davon aus, dass man es vorher erst bauen muss), sondern

die Herstellung der From bis zum fertigen Abguss mit meinetwegen Stewalin.

Ich denke anderen gehts da sicher genauso wie mir.. :face:


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Re: Guss-Hilfe: Rüttelplatte

Beitrag von Admin am 16.11.12 16:00

Samy spricht einen Zauberspruch, wenn den jemand anderes aufsagt, fällt alles zusammen.

Ne...es verpufft!

Mojo schrieb:
Oder hast du Angst, dass du vom Sockel gestoßen wirst, wenn erstmal jeder dein Stewalin-Geheimnis kennt?

Mit Sicherheit nicht, ist aber auch ein bissl Übungssache. Für ein Tut ist es aber zu simpel.
Formen vorher mit Wasser und Pril auswaschen. Die Oberflächenspannung wird genommen und die Gießmasse läuft besser. Wichtig ist das Mischungsverhältnis von Stewalin. Ich rühre mein Stewalin so an, dass es noch relativ dünn ist (zu dick und die Methode geht nicht mehr so gut). Einen Pinsel (Kunsthaarborsten) und mit wenig Gießmasse ausstreichen…in die Ecken schön reinstupfen. Da die Kunsthaarborsten schön steif und hart sind, kann man die Luft in der Masse schön rausdrücken/ stupfen. Dann kurz stehen lassen (10 sec.) und dann die restliche Gießmasse in einem dünnen Strahl auf einen Punkt drauf schütten. Zu 90 % sind dann keine Luftblasen drin.


Zuletzt von Samy am 16.11.12 16:04 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Re: Guss-Hilfe: Rüttelplatte

Beitrag von Mojo am 16.11.12 16:03

Nice! I'll combine it :bounce:
Weiche, Blase!

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Re: Guss-Hilfe: Rüttelplatte

Beitrag von Blutvogt am 16.11.12 17:29

Das Problem mit dem sauberen Gießen kenn ich noch aus meiner Zeit mit dem Zinngießen .
Vor allem , wenn wir größere Teller oder Becher gegossen haben , kam es immer wieder zu unsauberen Güssen ,
da bei den meisten Formen zu wenige Füllöffnungen gab um gleichmäßig aus zu gießen und dann
kam es auch öfters zu Luftblasen und Ausbrüchen .
Beim Schiffsmodellbau sind auch einige Beschlagteile aus Resin gegossen worden .
Dabei haben wir auch uns eine Rüttelplatte gebastelt .

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Gruß, der Blutvogt
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Re: Guss-Hilfe: Rüttelplatte

Beitrag von Maybach am 17.11.12 23:12

Man könnte doch auch einen Schwingschleifer nehmen.
Kletteverschlussband auf beiden Seiten und denn Schwingschleifer umgedreht in eine Schraubschstock festspannen.
Dann die Gussformen oben rauf und mit der kleinsten Stufe den Schwingschleifer anstellen.
Müsste von der Therorie funktionieren :)

Maybach

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Re: Guss-Hilfe: Rüttelplatte

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