Fall Blau: Die Brücken über den Tim

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Fall Blau: Die Brücken über den Tim

Beitrag von Qhorin am 09.03.17 23:43

Am 28. Juni 1942 kurz vor 02:00 Uhr morgens beginnt die deutsche Sommeroffensive unter dem Decknamen "Fall Blau". Der 4. Panzerarmee kommt die Aufgabe zu, etwa auf der Höhe von Kursk nach Osten auf Woronesch vorzustossen. Das Gelände vor ihnen weist weit gestreckte Höhenzüge auf, mit kilometernlangen Feldern, unterbrochen durch verhältnismäßig tief abfallende Schluchten und Bachgründe und einzelne dichte Waldstücke. Die Gärten der zu durchquerenden Ortschaften sind meist mit Hecken abgegrenzt und sind mit Tomaten, Sonnenblumen und Mais bestanden, oder weisen mannshohe Gräser und Disteln auf.

Eines der ersten Ziele noch am selben Tag ist die Einnahme der

Brücken über den Tim

... ein schmales, tief eingeschnittenes Flüßchen östlich von Tschermissinowo mit einer Eisenbahn- und einer Straßenbrücke, letztere zerstört. Zuvor stellt sich der motorisierten Infanterieeinheit ein Panzerzug in den Weg und feuert was das Zeug hält. Doch der Zug wird mit Hafthohlladungen innerhalb kurzer Zeit zerstört.
Der Weg ist frei, und eine Kompanie, auf Lkw aufgesessen, rückt auf die das Tal überspannende Eisenbahnbrücke vor - sie ist noch heil. Im raschen Zupacken wird sie genommen und am anderen Ufer schnell Stellung bezogen. Die Fahrzeuge fahren in einer Mulde in Deckung. Am jenseitigen Hang sind feindliche Bunker, aus denen es sehr unangenehm schießt. Die verhältnismäßig schwach besetzten Feindbunker werden gestürmt und die Kompanie rückt ohne schwere Waffen weiter vor, bis sich etwa zwei Kilometer östlich des Tim der Widerstand der Russen nocheinmal ernsthaft versteift.

Hinter der Kompanie schaffen es die Sturmgeschütze nur schwer den Bahndamm zu erklimmen. Als ein Panzer die Brücke erreicht bleibt er hängen, stellt sich quer und liegt fest. Nun ist alles verperrt. Die anderen Panzer stehen in Reihe dahinter und können weder vor noch zurück.



Derweil durchlebt die weiter vorgerückte Kompanie ein Drama: gerade hat man von den Russen aufgegebene Gräben besetzt, da fliegen neun eigene Horizontal- und Sturzkampfbomber an. Obwohl eilig Fliegertücher und Fahnen ausgebreitet werden, laden die Flugzeuge ihre Bombenlast über der eigenen Einheit ab und fügen dieser erhebliche Verluste zu. Die Fliegergruppe sollte zu einem festgelegten Zeitpunkt angreifen und man hatte nicht mit der Möglichkeit gerechnet, dass das Zielgebiet schon so früh in eigener Hand sein könnte. Das Auslegen der Tücher hatte man für eine Finte der Russen gehalten und die Panzer weiter hinten an der Brücke hätten noch das Zeichen "Vordere Linie" gezeigt.

Soweit der zeitgenössische Bericht.

Den Tim kann man anhand der Namen der Ortschaften mit Googlemaps relativ einfach finden. Und es gibt auch heute noch entlang der Strecke Kursk-Woronesch eine Eisenbahnbrücke über den Tim - ob es noch dieselbe Stelle wie damals ist, bleibt unklar:



Diese Aktion aus dem Sommer 1942 gab die Inspiration zur neuen Battlemat: Die Brücken über den Tim, und soll die Grundlage für ein gleichnamiges Behind Omaha 2 Szenario bilden

Grüßles
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Re: Fall Blau: Die Brücken über den Tim

Beitrag von Feldwebel_Sascha am 10.03.17 14:24

das erinnert mich an einen anderen kampf um eine brücke in russland da würde den deutschen auch mit einen panzerzug eingeheitzt aber dieser sollte nicht die brücke verteidigen sondern wider einhmen
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Re: Fall Blau: Die Brücken über den Tim

Beitrag von Qhorin am 12.03.17 15:38

Hey Sascha,

ja, ich schätze mal, dass das kein Einzelfall war, zumindest in den Jahren als sich die Front nach Osten schob. Rückwärts dann mit Rollentausch und dem Ansinnen der Deutschen, nur verbrannte Erde (und demolierte Infrastruktur) zu hinterlassen.


Q.

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